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Leseprobe Personalrat 7-8_2016

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titelthema mobile arbeit Der Personalrat 7-8 | 2016 Besser »sometimes of« als »always on« erreichbarkeit Wer ständig für Arbeitsbelange erreichbar ist, kann sich nicht so gut erholen. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie. VON HILTRAUT PARIDON 8

Der Personalrat 7-8 | 2016 mobile arbeit titelthema Viel geschrieben wurde bereits über das Thema »Ständige Erreichbarkeit«. In bisherigen Untersuchungen stand dabei vor allem die Verbreitung des Phänomens »Erreichbarkeit« im Vordergrund. Über die Folgen der Erreichbarkeit gab es bisher nur wenige Erkenntnisse. Diese Forschungslücke wollte ein Projekt der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) weiter schließen. Darüber hinaus sollten Möglichkeiten zum guten Umgang mit Erreichbarkeit entwickelt werden. Die Ergebnisse der Studie sind im iga.Report 23 Teil 2 1 veröfentlicht. Phänomen ständiger Erreichbarkeit Unter dem Schlagwort »Ständige Erreichbarkeit« wird seit einigen Jahren das Phänomen diskutiert, dass Beschäftigte auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten für Arbeitsanforderungen verfügbar sind oder sein sollen. Das gibt es nicht nur in der Privatwirtschaft, sondern auch im öfentlichen Dienst. Diese arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit ist durch die Entwicklung und Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien möglich geworden, so dass zu jeder Zeit an jedem Ort gearbeitet werden kann. Mit der Erreichbarkeit werden Chancen und Risiken verbunden: Auf der einen Seite eine bessere Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben und auf der anderen Seite mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Hinsichtlich der Verbreitung der Erreichbarkeit zeigt sich, dass viele Beschäftigte – nämlich bis zu 90 Prozent – für Arbeitsbelange auch in ihrer Freizeit erreichbar sind. 2 Allerdings ist hierbei nicht immer klar, ob die Erreichbarkeit tatsächlich vom Arbeitgeber erwartet wird. Das iga.Barometer von 2013 hat gezeigt, dass Arbeitgeber von knapp einem Viertel der Erwerbstätigen ausdrücklich erwarten, auch im Privatleben für dienstliche Angelegenheiten erreichbar zu sein. Die Initiative Gesundheit und Arbeit hat sich bereits 2013 mit dem Thema »Erreichbarkeit« beschäftigt und eine Interview-Studie mit 16 Expertinnen und Experten durchgeführt. 3 Aufbauend auf den Ergebnissen wurden nun in einem weiteren Projekt gemeinsam mit Prof. Renate Rau von der Martin-Luther-Universität darum geht es 1. Ständige Erreichbarkeit kann das Privatund Familien leben beeinträchtigen und die Gesundheit schädigen. 2. Betrofene berichten häuiger als andere von Schlafstörungen und dass sie nicht so gut abschalten könnten. 3. Um das zu vermeiden, sind betriebliche Regelungen notwendig. Zugleich müssen auch die Beschäftigten einen guten Umgang mit der Erreichbarkeit lernen. 1 Teil 2: Eine wissenschaftliche Untersuchung zu potenziellen Folgen für Erholung und Gesundheit und Gestaltungsvorschläge für Unternehmen. Der Report kann unter www.iga-info.de heruntergeladen werden. 2 Vgl. BITKOM, Netzgesellschaft. Eine repräsentative Untersuchung zur Mediennutzung und dem Informationsverhalten der Gesellschaft in Deutschland, 2011; DGUV (Hrsg.), IAG Report 1/2012, Ständige Erreichbarkeit: Wie belastet sind wir? 3 Auswirkungen von ständiger Erreichbarkeit und Präventionsmöglichkeiten. Teil 1: Überblick über den Stand der Wissenschaft und Empfehlungen für einen guten Umgang in der Praxis. Autor: Hannes Strobel. iga.Report 23, 2013. Download: www.iga.info.de. 9

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