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Leseprobe Personalrat 12_2016

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titelthema schöneberger forum 2016 Der Personalrat 12 | 2016 Mehr Aufgaben, weniger Personal öffentlicher dienst Der Personalbestand der öf entlichen Verwaltungen wurde binnen zwei Jahrzehnten radikal zurückgefahren – in einigen Bereichen mehr, in anderen etwas weniger. Die negativen Folgen sind deutlich zu spüren. VON JÖRG BOGUMIL UND MARC SEUBERLICH 8

Der Personalrat 12 | 2016 schöneberger forum 2016 titelthema Seit 1991 waren Personalveränderungen im öfentlichen Dienst in der Regel gleichbedeutend mit Personalabbau. 1 Erst 2008 konnte diese Abwärtsbewegung gestoppt und in einen bis heute anhaltenden leichten Anstieg der Beschäftigtenzahlen umgekehrt werden. Vom Niveau der Jahrtausendwende sind wir indes noch weit entfernt. Waren 2000 noch 4,9 Millionen Menschen beim Bund, den Ländern, Kommunen und in der Sozialversicherung beschäftigt, waren es 2008 nur noch 4,5 Millionen (−8,2 Prozent). 2015 war diese Zahl wieder leicht angestiegen – auf 4,65 Millionen (5,4 Prozent). Personalabbau in den Ebenen Das ganze Ausmaß des Personalabbaus wird sichtbar, wenn man den Vergleich zieht zwischen den Jahren 1991 (dem Höhepunkt des Personalbestands) und 2010. In diesen zwei Jahrzehnten ist die Anzahl der Beschäftigten im unmittelbaren und mittelbaren öfentlichen Dienst einschließlich der Zweckverbände und des Bundeseisenbahnvermögens von 6,7 Millionen auf knapp 4,6 Millionen gesunken. 2 Dies entspricht einem Abbau von 31 Prozent. Berücksichtigt man allerdings die insbesondere auf kommunaler Ebene zu verzeichnenden Ausgliederungen aus den Kernhaushalten (Krankenhäuser, kommunale Wirtschaftsunternehmen) und den Rückgang der militärischen Beschäftigung nach Ende des Kalten Krieges, so sind es »nur« noch 11 Prozent. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Teilzeittätigkeit ständig zunimmt, so dass die reine Zahl der Beschäftigten immer weniger aussagt. Deshalb ist die Orientierung an den Vollzeitäquivalenten (VZE) vorzuziehen, die seit dem Jahr 2000 regelmäßig ausgewiesen wird (hierzu Tabelle 1 und Abbildung 1 auf Seite 10). Betrachtet man die Entwicklung der letzten 15 Jahre auf diese Weise, so liegen die VZE mit aktuell 4,09 Millionen rund 7,9 Prozent niedriger als 2000, nachdem zum Zeitpunkt des Tiefstands 2008 der Rückgang bereits bei 11,6 Prozent lag (3,92 Millionen). Die Personalveränderungen folgen aber nicht in allen Teilen des öfentlichen Dienstes dem gleichen Muster. Im Bund nimmt die Zahl der VZE kontinuierlich ab und ist 2015 darum geht es 1. Die Zahl der Beschäftigten im öfentlichen Dienst ist zwischen 1991 und 2010 massiv reduziert worden. 2. Zudem wurde Teilzeitbeschäftigung zu Lasten von Vollzeitstellen stark ausgeweitet. 3. Trotz zaghaften Gegensteuerns in den letzten Jahren hat die Leistungsfähigkeit der Verwaltungen darunter gelitten. 1 Vesper, Finanzpolitische Entwicklungstendenzen und Perspektiven des Öffentlichen Dienstes in Deutschland. Gutachten im Auftrag der IMK, 2012; Derlien, Öffentlicher Dienst im Wandel, in: Konig, Deutsche Verwaltung an der Wende zum 21. Jahrhundert, 2002, S. 229 ff.; Kuhlmann, Civil Service in Germany: Between Cutback Management and Modernization, in: Hoffmann-Martinot/Wollmann (Hrsg.), Modernization of State and Administration in Europe: A France-Germany Comparison; Bogumil/Jann, Verwaltung und Verwaltungswissenschaft in Deutschland. Einführung in die Verwaltungswissenschaft, 2009. 2 Vesper, a.a.O. 9

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