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Leseprobe Personalrat 02_2017

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titelthema berufsausbildung Der Personalrat 2 | 2017 Ausbildung im öfentlichen Dienst verbessern ausbildung Der öf entliche Dienst kann auf Dauer nur leistungs fähig sein, wenn genügend Nachwuchs gut ausgebildet wird. Wichtig ist dabei die betriebliche Ausbildung. Da gibt es aber noch sehr viel zu tun. VON FLORIAN HAGGENMILLER 8

Der Personalrat 2 | 2017 berufsausbildung titelthema Der junge Mann hat die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gerade beendet. Eine sichere Perspektive in der öfentlichen Verwaltung einer großen deutschen Stadt hatte ihn überhaupt erst dazu verlockt, dies zu tun. Eigentlich sollten ihm die Türen jetzt ofen stehen für eine Karriere mit guten Aussichten auf Beförderung. Doch es kommt anders: Nach der Ausbildung erhält der frisch gebackene Berufseinsteiger das Angebot, für zwei Jahre befristet eingestellt zu werden. Wieso das? Und danach? Er müsse sich erst mal bewähren, dann werde man weiter sehen, heißt die Antwort trocken. Das aber, indet er, ist deinitiv zu wenig, um ihn, einen gut ausgebildeten jungen Menschen, zu halten. Parallel erhält er ein Angebot aus der Privatwirtschaft. Unbefristete Einstellung, von Beginn an mehr Lohn und eine Aufstiegsperspektive. Die Firma freut sich auf den Neuanfänger. Er entscheidet sich für die Privatwirtschaft. darum geht es 1. Die Ausbildungssituation im öfentlichen Dienst ist nicht auf der Höhe der Zeit. 2. Personalmangel, Überalterung und sinnlose Befri stung lassen sich nicht mit veralteten Rezepten überwinden. 3. Notwendig sind echte Reformansätze und mehr Mitbestimmung. Befristete Zukunft Der hier geschilderte Werdegang ist kein Einzelfall. Nach der Ausbildung, in der sich die Auszubildenden ja schon über mindestens drei Jahre bewähren, lediglich eine Befristung anzubieten, ist für junge Menschen äußerst unattraktiv. Diese Befristungspraxis im öfentlichen Dienst ist skandalös, sie ist auch völlig sachgrundlos und gehört dringend abgeschaft. Gerade im öfentlichen Dienst, der ohnehin an wirklichem Fachkräftemangel leidet, hätte das enorme positive Wirkung. Zwar grassiert der Befristungswahn auch in der Privatwirtschaft, aber der öfentliche Dienst ist Spitzenreiter bei der Anstellung auf Zeit. Das zeigen viele Studien und Erhebungen zum Beispiel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Weniger Befristung hieße mehr gutes Personal, das der öfentliche Dienst dringend benötigt. Und nicht nur das: Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung hat jüngst in einer Studie nachgewiesen, dass junge Menschen, solange sie befristet eingestellt sind, zum Beispiel seltener eine Familie gründen (können). Ein prekärer Start ins Berufsleben beeinlusst demnach massiv private Entscheidungen junger Menschen. 9

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