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Leseprobe AiB 2_2016

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titelthema betriebliches

titelthema betriebliches eingliederungsmanagement AiB 2 | 2016 Mehr Schwung für das BEM projekt Obwohl es das BEM nun schon länger gibt, hakt es oft bei der Umsetzung – besonders in kleinen und mittleren Betrieben. Ein Projekt des DGB-Bildungswerks will das ändern. VON CHRISTINE ZUMBECK darum geht es 1. Viele Klein­ und Mittelbetriebe scheitern am BEM, weil ihnen die Ressourcen zur Einführung fehlen. 2. Ein Projekt vom DGB­Bildungswerk will Betriebe bei der Entwicklung des BEM unter stützen. 3. Dazu gibt es eine bundesweite Online­ Befragung und bisherige Studien­ und Projektergebnisse werden analysiert. Trotz eindeutigen gesetzlichen Auftrags ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) auch nach zwölfjährigem Bestehen noch nicht in allen Betrieben angekommen. Während die Eingliederung der Beschäftigten in Großbetrieben relativ stabil organisiert wird, hängen die Klein- und Mittelbetriebe mit der formellen Einführung des BEM noch zurück. Ein beachtlicher Prozentsatz dieser Klein- und Mittelbetriebe scheitert mangels eigener Ressourcen an der strukturellen Umsetzung. In anderen Betrieben wird die krankenkassenunterstützte Wiedereingliederung aus längerfristiger Erkrankung als BEM verstanden und kein weitergehender Handlungsbedarf gesehen. Und in manchen – auch größeren – Betrieben gibt es die Bestrebung, die existierenden Krankenrückkehrgespräche zum BEM »umzudeinieren«, ohne allerdings die für das BEM charakteristische Eingliederung des Beschäftigten nach Krankheit als prioritäres Ziel zu verankern. Online-Befragung zur Bestandsaufnahme Eine Nachjustierung des BEM in Richtung einer verlässlichen Präventionskultur ist daher erforderlich. Hierfür ist es sinnvoll, zunächst eine umfangreiche Bestandsaufnahme der Integration des BEM in das betriebliche Geschehen vorzunehmen. Dies will das Projekt RE-BEM (Unterstützende Ressourcen für das Betriebliche Eingliederungsmanagement) des DGB-Bildungswerks mithilfe einer bundesweiten Online-Befragung und einer Analyse bisheriger Studien- und Projektergebnisse tun – im Rahmen eines dreijährigen Projekts, welches durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird. Hindernisse erkennen Die praktischen Umsetzungserfahrungen der vergangenen Jahre dürften ausreichen, um strukturelle Hindernisse bei der Einführung eines BEM zu erkennen, aber auch stärkende Faktoren auszumachen, die ein qualitativ und quantitativ hochwertiges BEM ermöglichen. Erste Hinweise für beachtenswerte Faktoren lassen sich aus bisherigen, sehr unterschiedlich angelegten Studien und Projekten zum BEM herauslesen. Das sind im Wesentlichen: · Rollenkonlikte und unklare Zuständigkeiten · Einlussnahme von Interessenvertretungen · funktionierendes Gesundheitsmanagement · Ver- oder Misstrauenskultur im Betrieb · Altersstruktur in den Betrieben · Bindungen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten · Mangelndes Erfahrungswissen im Hinblick auf Langzeiterkrankungen · Ressourcenproblematik in Kleinbetrieben · Einwirken der Sozialversicherungsträger und anderer externer Unterstützer auf das BEM-Verfahren Wie intensiv und in welchen konkreten betrieblichen Konstellationen diese Faktoren förderlichen oder störenden Einluss auf die BEM-Entwicklung nehmen, ist bisher jedoch nicht untersucht. Insoweit fehlt es den in den 28

AiB 2 | 2016 betriebliches eingliederungsmanagement titelthema »Viele BEM-Maßnahmen werden eher zufällig ausgewählt.« CHRISTINE ZUMBECK Betrieben eingeleiteten Veränderungsprozessen zur Einführung/Optimierung des BEM an einer gewissen Gezieltheit. Die Maßnahmen werden eher zufällig und entsprechend dem Selbstverständnis der Initiatoren ausgewählt. Darüber hinaus werden andere organisatorische Aktivitäten, die BEM-relevant sein könnten, in der Regel nicht in Betracht gezogen. So bleiben unter den derzeitigen Bedingungen Misserfolge nicht aus, die auch in der Zukunft das Vertrauen aller Beteiligten in das BEM negativ beeinlussen. Projekt will Betrieben helfen Diesem Manko will das Projekt RE-BEM abhelfen. Das Ziel des Projekts ist, für jeden Betrieb die optimale BEM-Struktur aufzeigen zu können. Das Projekt besteht aus drei Bausteinen. Baustein 1 (Online-Befragung) und Baustein 2 (Sekundärforschung, also Auswertung schon vorhandener Informationen) bilden die Analysephase. Mit den Ergebnissen aus diesen beiden Erhebungen starten wir in die Praxisphase – Baustein 3 – und erarbeiten konkrete Handlungsoptionen mit den beteiligten Unternehmen. Mithilfe einer bundesweiten Online-Befragung wird das Projekt herausarbeiten, in welchem konkreten Zusammenhang die stärkenden und schwächenden Faktoren mit den betrieblichen Gegebenheiten stehen und hieraus verallgemeinernde Aussagen für eine Optimierung des BEM-Geschehens gewinnen. Die Befragung wendet sich sowohl an Arbeitgeber wie auch Interessenvertretungen aus allen Betriebsgrößen. Sie wird von unserem Projektpartner, dem Institut für Personalentwicklung und Coaching (ipeco) auf einem externen Server durchgeführt und wird je nach Stand des BEM im Betrieb circa 15 – 20 Minuten in Anspruch nehmen. Die Befragung kann nur erfolgreich sein, wenn viele Teilnehmende bereitwillig und ungeschönt die Fragen beantworten. Es wird zugesichert, dass Informationen anonymisiert und ausschließlich für die Auswertung genutzt werden (siehe Kasten auf Seite 30 unter 1.). Erfahrungen wissenschaftlich auswerten Der Baustein 2 (Sekundärforschung) wird die Ergebnisse der bereits abgeschlossenen Untersuchungen zum Thema BEM in einer Vergleichsstudie zusammenfassen und wissenschaftlich auswerten. Die Auswertung wird ergeben, inwieweit sich die Erfahrungen aus einzelnen Branchen und unterschiedlichen Betriebsgrößen an markanten Stellen verallgemeinern lassen. So entsteht ein aktueller Überaktuelle informationen Im Internetauftritt www.re-bem.de werden die Entwicklungen des Projekts fortlaufend dokumentiert. Auch ein Newsletter kann dort abonniert werden. bausteine des projekts Baustein 1: Online-Befragung Baustein 2: Sekundärforschung Auswertung der Ergebnisse und Überführung in mögliche Handlungsoptionen Baustein 3: Praxisphase Konkretisierung der Handlungsoptionen in Zusammenarbeit mit Unternehmen Quelle: DGB Bildungswerk BUND 29

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